Finanzen
| Aureal |
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| Argental |
41 |
| Pekunos |
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| Obulos |
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Ausrüstung
Kleidung: Lendentuch, Sandalen, Kapuzenumhang, Canteranischer Männerrock, Ledergürtel, Schultergurt, Waffengehänge
Rüstung: Brustharnisch (Stahl), Myrmidonenhelm, Armschienen (Stahl), Beinschienen (Stahl), Streifenschurz
Schmuck/Wertsachen: Geldbeutel, Amulett zur Freilassung, Silberring, Sklaventätowierung
Weiteres: Myrmidonen-Rucksack, Waffenpflegeset, Azidial-Flasche
Über seine wahre Herkunft weiß Nikratu eigentlich nichts. Ob er schon sehr früh als Kind reicher Eltern entführt und in die Sklaverei verschleppt wurde oder ob seine Mutter selbst eine Sklavin war, weiß er nicht, nur, dass er Zeit seines Lebens ein Sklave gewesen ist. Die Jahre seiner Kindheit hat Nikratu so gut es ging, verdrängt, denn er verbrachte sie mit erniedrigender und schwerer körperlicher Arbeit. Seinem Besitzer, einem Honoraten namens Kyrphyrias Serr Aphirdanos, gefiel es, junge Sklaven für kleine private Schaukämpfe für seine Familie und Gäste aufeinander zu hetzen oder gegen Tiere antreten zu lassen. Das Geschick und die Zähigkeit von Nikratu ließen ihn stets siegen, und aus der anfänglichen Verwunderung und auch leichten Verärgerung seines Besitzers darüber, dass dieser junge Knabe stets zu triumphieren schien – diesem Umstand verdankt er auch seinen aus diesen frühen Kämpfen stammenden Spitznamen (ca. „vom Sieg gesegnet“) – wurde schließlich eine Anerkennung seines Talents. Dem Rat seiner Bekannten folgend, dass sich mit einem guten Gladiator viel Geld und auch Ansehen verdienen ließe, beschloss Nikratus Besitzer, diesen zu einem Gladiator ausbilden zu lassen. Sein Plan ging auf und sein Gladiator Nikratu trat schließlich sogar in den großen Arenen Balan Cantaras vor vielen Tausend Zuschauern auf und avancierte nach einem scheinbar aussichtslosen Kampf gegen einen Leonir zum Publikumsliebling. In einem packenden Duell bezwang der krasse Außenseiter den ihm körperlich weit überlegenen Leonir und zog so vor allem das Publikum aus den unteren Schichten auf seine Seite; aufgrund der fabelhaften Wettquoten auf den Sieg des Außenseiters gewann sein Besitzer (und die wenigen anderen, die auf ihn gesetzt hatten) entsprechend hoch. Der Ruhm des Gladiators strahlte natürlich auch auf den Besitzer ab und so stieg er auch in dessen Gunst.
Die Beliebtheit des Sklaven-Gladiators beim einfachen Volk und auch den Effekt, den dies auf die anderen Sklaven haben könnte, bereitete dem Besitzer jedoch zunehmend auch Sorge und so begann er, dem jungen Nikratu, der seinem Gönner natürlich in solchen Dingen bedingungsloses Vertrauen entgegenbrachte, Gerüchte über seine „wahre“ Herkunft einzuflüstern. Ob er sich diese selbst ausgedacht oder unter seinen anderen Sklaven aufgeschnappt hatte, oder ob er tatsächlich etwas darüber wusste, weiß nur Nikratus Besitzer allein, aber die Geschichte ging in etwa so: Seine Mutter, die Tochter aus einer angesehen Honoraten-Familie im fernen Valantia, fiel der Intrige eines ihrer Verwandten zum Opfer und wurde verstoßen. Auf ihrer Reise wurde sie von dessen Häschern überfallen und in die Sklaverei verschleppt. Nach mehreren Stationen gelangte sie schließlich in den Besitz von Kyrphyrias Serr Aphirdanos, und gebar als dessen Sklavin schließlich Nikratu; kurz darauf starb sie an Kindbettfieber.
Die Verwendung dieser Geschichte, mit immer wieder abgewandelten Ausschmückungen, ließ sich auch dramaturgisch in der Arena wunderbar verwenden. Die Legende um Nikratus angebliche hohe Abstammung schadete seiner Beliebtheit nicht im Geringsten, eher das Gegenteil. Allerdings war die Gefahr, dass sich Nikratu selbst in eine Führerfigur für andere Sklaven entwickeln würde, immerhin gebannt, zumal Nikratu selbst an seine hohe Herkunft und an seine Bestimmung zu Höherem glaubte. Er klammerte sich an dem Glauben fest, eigentlich kein Sklave zu sein und so irgendwann auch ein freier Mann zu werden, und dies war auch sein Ansporn, sich nach der einen oder anderen Niederlage immer wieder aufzuraffen. In den fast acht Jahren als Gladiator hat Nikratu so gegen ziemlich jede intelligente und Tierrasse gekämpft, die in Arenen aufeinander gehetzt werden, und auch zahlreiche Narben und einige schwere Verletzungen davongetragen, von denen er sich allerdings immer gut erholt hat. Sein Verhältnis zu Kyrphyrias war stets von Ergebenheit und Dankbarkeit dafür geprägt, ihm die Chance gegeben zu haben, zumindest in der Arena ein wenig Ruhm und Würde zu ernten, wenn er ihm schon nicht den Wunsch nach Freiheit gewähren wollte, solange er ihm soviel Geld und Ansehen einbrachte. Kein Wunder also, dass Nikratu wegen des Letzteren auch oft eine stille und verzweifelte Wut auf Kyrphyrias hatte, wenn dieser ihm wieder einmal die erflehte Freiheit verwehrte und ihn auf ein späteres Datum nach noch einem ganz besonderen Kampf vertröstete. In Nikratus letztem Jahr als Gladiator starb Kyrphyrias und verfügte in seinem Testament, Nikratu die Freiheit zu schenken. Außer dem Amulett als Zeichen seiner Freiheit vermachte Kyrphyrias Nikratu auch einen silbernen Ring, der angeblich seiner Mutter gehört hatte. Die Schriftzeichen darauf kann Nikratu aber weder lesen, noch weiß er, ob sie einen Hinweis auf seine Herkunft enthalten. Noch hat er sich nicht getraut, dieses Kleinod jemand anderem zur Übersetzung zu zeigen.
Obwohl er nun ein freier Mann war, wollte Nikratu die angebrochene Arena-Saison noch zu Ende bringen. Durch Können und viel Glück aber auch von der neuen Freiheit beflügelt, stellte Nikratu eine seit einer Generation nicht mehr da gewesene Serie von Siegen auf und beendete die Saison ohne eine einzige Niederlage und nun, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, der Arena den Rücken kehrte. Nur ungern sahen Kyrphyrias’ Erben den kostbaren Kämpfer ziehen und auch seine vielen Bewunderer waren von seinem Entschluss enttäuscht.
Den Großteil des wenigen Geldes, das er nun besaß, hatte er sich in den wenigen Monaten als „freier“ Gladiator verdient, denn zuvor hatte Kyrphyrias fast das gesamte Geld eingestrichen und Nikrat nur in Form neuer Ausrüstung und flüchtigen Momenten mit hübschen Sklavenmädchen belohnt.
Nikratu war schnell abgebrannt. Sein Ruhm als gefeierter Gladiator wurde schon nach wenigen Wochen von den Wirten nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert und taugte auch nur noch bei wenigen Frauen dazu, diese schwach werden zu lassen. Ohne Geld konnte er nicht einmal seinen Frust mit Alkohol oder Rauschmitteln betäuben und musste seine Klinge bald an den Meistbietenden für zwielichtige Aufträge verkaufen. Bei einem dieser Aufträge sollte er jedoch mit einigen anderen Schergen eine Frau mitsamt ihrem Gefolge überfallen. Nikratu fühlte sich dabei an das angebliche Schicksal seiner Mutter erinnert und stellte sich mitten im Kampf gegen die anderen Halsabschneider, die mit ihm angeworben worden waren, tötete sie oder schlug sie in die Flucht und rettete so die Frau, welche diese Gelegenheit zur Flucht ergriff. Schon am nächsten Tag erschienen mehrere Unbekannte bei Nikratu und geboten ihm, ihnen zu folgen. Durch eine Verletzung aus der vorherigen Nacht noch geschwächt, leistete er keinen Widerstand und kam mit. Er wurde lange zu den Ereignissen der letzten Nacht und zu sich selbst befragt. Seine frühere Identität als beliebter Gladiator kam dabei ebenso ans Licht wie die kürzliche Rettung der Frau. Beide Tatsachen schienen das Wohlwollen des Oberhaupts dieses Cirkels erregt zu haben, aus welchen Gründen auch immer. War die Gerettete vielleicht eine Verwandte des Anführers oder sonstige wichtige Person im Cirkel? War das Cirkel-Oberhaupt selbst ein früherer Bewunderer Nikratus, der in diesem eine wertvolle und prestigeträchtige Bereicherung für seine Kämpfer sah?
Auch wenn Nikratu auf diese Fragen noch keine Antwort erhalten hat, hat er das Angebot, als Leibwächter und Kämpfer in den Cirkel aufgenommen zu werden, gerne angenommen, und ist nun seit ein paar Monaten dabei, ohne jedoch den Anführer selbst noch die von ihm gerettete Frau bisher noch einmal getroffen zu haben. Seinen Status als freigelassener Sklave gegenüber den in Freiheit geborenen Cirkelgeschwistern merkt er zwar, aber seine Vergangenheit macht natürlich einiges wett. Von seinem Bekanntheitsgrad abgesehen hat er sich auch durch seine bisherigen Kampfleistungen für den Cirkel schon Respekt verschafft. Auch wenn er von seinem Ziel, mehr über seine Vergangenheit zu erfahren, noch weit entfernt ist, hat er nun zum ersten Mal Freiheit und so etwas wie eine Familie.
Nikratus Arroganz ist eine seiner prägenden Eigenschaften, und diese ist aufgrund seiner Kampffähigkeiten, seiner Arena-Erfolge und auch seiner jüngst gewonnenen Freiheit, wegen der er eventuell noch ein wenig Oberwasser hat, durchaus berechtigt. Wenige Leute werden ihm in Sachen Zweikampf etwas vormachen können, aber dass das Leben außerhalb der Arenen nach anderen Regeln abläuft, lernt er erst noch. Dies erklärt auch seine starke Neugier auf alles, was ihm als Sklave verschlossen oder verboten war. Er ist zwar keineswegs naiv, aber noch etwas unerfahren in Dingen des städtischen Zusammenlebens von freien Menschen. Da er durch den Cirkel aufgenommen wurde und die Möglichkeit erhielt, unter Freien ein neues Leben zu beginnen, fühlt er sich seinen Cirkel-Geschwistern sehr verpflichtet und seinen Vorgesetzten gegenüber ebenso loyal, wie er es früher seinem Besitzer gegenüber war.
Auch wenn Nikratu seinen Mut schon in Dutzenden Arena-Kämpfen unter Beweis stellte, hat er eine große Angst vor großen Höhen. Es kostet ihn große Überwindung, höher als nur wenige Schritt zu klettern oder auch von hohen Gebäuden ohne den Schutz einer Brüstung hinunterzuschauen.
Eine weitere große Macke ist Nikratus Größenwahn. Er ist nach den Einflüsterungen von seinem ehemaligen Besitzer Kyrphyrias Serr Aphirdanos von der Wahrheit der Geschichte überzeugt, seine Mutter sei eine hochgestellte Person aus Valantia gewesen und durch Intrigen in die Sklaverei gelangt, wo sie Nikratu zur Welt brachte. Da auch seine Anhänger viel hinzudichteten und Teil der Legende glaubten, fühlt Nikratu sich zu Höherem bestimmt, zumindest herauszufinden, woher er wirklich stammt, und das seiner Mutter angetane Unrecht zu sühnen, egal wie lange dies auch dauern mag. Den Ring, den ihm Kyrphyrias mit der Behauptung hinterließ, er hätte Nikratus Mutter gehört, hütet er wie seinen Augapfel.